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12. Historische Nachtwanderung in Hönow

Ungemütlich und empfindlich kalt war es am Abend des 12.04.2019 und dennoch „zog“ es, unbeeindruckt von der Witterung, weit über 100 interessierte Hönower und Gäste aus Hönow und der Umgebung zur historischen Nachtwanderung in die ehemalige Bäckerei Dorfstr. 38. Die Organisatoren Zimmerermeister Günter Wolf und Prof. Dr. Eckhard Menzel hatten sich für dieses Jahr wieder etwas Besonderes für die 12. Nachtwanderung ausgedacht. Das Thema der diesjährigen Nachtwanderung lautete: „Hönow - Deine Bürger“ und führte diesmal in nördliche Richtung und nach dem Besuch der Dorfkirche Hönow, bis zur ehemaligen Gaststätte Seeger. 

 

Der Initiator und Schirmherr der historischen Nachtwanderungen, Herr Wolf, begrüßte die Anwesenden und bedankte sich bei allen fleißigen Helfern und Sponsoren. Leckere kostenlose Schmalz -und Kräuterstullen wurden wie schon in den letzten Jahren von den Helferinnen des Vereins der Gartenfreunde Hönow auf dem Hof der ehemaligen Bäckerei zur Begrüßung gereicht. Auch ein Becher heißer Glühwein tat bei dieser kalten Witterung gut, oder, man wärmte sich einfach in der Nähe der Feuerstelle auf. Fassbier und Musikeinlagen fehlten nicht.


Im Hof lauschten alle mit großer Aufmerksamkeit der lustigen Bürgermeistergeschichten von Herrn Wolfgang Schüler, die er während seiner Bürgermeistertätigkeit in Hönow in seinen Dienstjahren von 1993 bis 2003 bei verschiedenen Geburtstagsgratulationsbesuchen erlebte.

Die Organisatoren der Nachtwanderung mit dem Bürgermeister Herrn Knobbe in der Mitte
Ingrid Radant bietet selbstbelegte Stullen an

Dann setzte sich die „Nachtwandergruppe“ langsam in Bewegung. Günter Wolf hielt an mehreren Wegestellen kurz an und gab informative sowie historische Erläuterungen. So zum Beispiel erklärte er bei seinem ersten Halt die Sage von den Untieren im See, nach der diese dreitagelang ein „komisches Geräusch“ abgaben, mit einem Unglück am See zu rechnen war. Er erläuterte den Standort der ehemaligen Kartoffelbrennerei und beschrieb das im Krieg zerstörte Schloss. Auf Beschuss der damaligen Gemeindevertretung wurde die Ruine des Schlosses im Jahr 1947 abgetragen und die Baumaterialien für die Errichtung neuer Bauernhäuser verwendet, erläuterte Günter Wolf.

 

Kurz vor Erreichen der Dorfkirche erschallten für die „Wanderer“ die Kirchenglocken unüberhörbar und begleiteten die Bürger in das ehrwürdige Kirchengebäude. Was für ein besonderer Empfang!

 

In der Dorfkirche wurden alle sehr herzlich von Pfarrer Grützmann und dem Leiter der Heimatstube, Prof. Dr. Eckhard Menzel, begrüßt. Jeder fand einen Platz und konnte sich nun verschiedene geschichtliche Filmbeiträge von Prof. Dr. Eckhard Menzel ansehen.  Im ersten Beitrag wurde eine „Videobotschaft“ von Herrn Prädikant und Diakon Stöhrer aus dem Jahr 2006 eingespielt. In diesem Beitrag wurde die Anbringung der Schildkrötenschale an der Kirchenempore, ein Geschenk von Herrn Manfred Haase gezeigt und in Erinnerung gebracht.

 

Nachfolgend begrüßte Prof. Dr. Menzel (in einem Filmbeitrag) auch noch einmal die Gäste der 12. Nachtwanderung und erläuterte, dass das diesjährige Thema ausgewählten Bürgern gewidmet ist, welche Hönow besonders geprägt haben. Er erinnerte noch einmal an vorangegangene Nachtwanderungen 2010 und 2012, wo Bauernfamilien, Handwerker und Gewerbetreibende im Mittelpunkt standen. Der zur 12. Nachtwanderung  von Prof. Dr. Menzel gezeigte Filmbeitrag erinnerte eindrucksvoll an das Wirken der ehemaligen Ortschronisten Oswald Meyer und Werner Haase und die langjährigen Hönower Familiengenerationen Richter und Köbke, an die heimatvertriebene Familie Siebert sowie Familie  Zühlke, die nach ihrer Hochzeit im Zollhaus wohnte und später in der Erikastraße ein Haus bezog sowie Herrn Gerhard Abrotat, ein weiterer Heimatvertriebener in Verbindung  und seiner Bindung zu „Klein-Moskau“. Am Ende seines Filmbeitrages würdigte Prof. Dr. Eckhard Menzel die Leistungen der vielen aktiven Hönower Vereine.

 

Inzwischen war es im Freien dunkel geworden und der beleuchtete Fußweg der Dorfstraße führte die Gruppe an der Jugendwerkstatt vorbei zur ehemaligen Gaststatte Seeger am Eicher Weg. 

Günter Wolf bei seinen Erzählungen, im Bild rechts
In der Kirche

Es war schon etwas ganz besonderes, dass die neuen Hausherren, die Familie Habicht aus Hönow, anlässlich dieser Nachtwanderung die Türen dieses bekannten Hauses geöffnet hatten und bereits warteten. Ein ausreichendes Fackellicht zeigte uns den Weg ins geöffnete Gebäude, welches sicherlich ca. 30 Jahre lang keine so große Gruppe mehr betreten hat. Letzte Tanzveranstaltungen fanden noch kurz nach der Wende statt.

Der Saal der ehemaligen Gaststätte Seeger zur Nachtwanderung
Bild 6

Es folgte von der Bühne der ehemaligen Gaststätte eine emotionale Ansprache der neuen Eigentümerin Anja Habicht. Sie war sichtlich gerührt, dass es der Familie gelungen ist, einen Zuschlag der Gemeinde Hoppegarten für die Sanierung dieses Gebäudes und Umbau zu einem Hostel zu bekommen. Eine neue Mitarbeiterin wurde bereits von der Familie Habicht für anstehende Aufgaben eingestellt und sie hofft nun, dass die fehlende Baugenehmigung bald vorliegt. Anja Habicht freut sich schon sehr auf diese Herausforderung und würde nach der Fertigstellung sehr gerne alle Teilnehmer der Nachtwanderung wieder begrüßen. Auch hier wurden den Gästen Getränke und Süßigkeiten von den Hausherren angeboten und es gab noch viele Gespräche im Saal.

 

Die Nachtwanderung endete wie schon viele Jahre bei einem kleinen Feuer in der ehemaligen Bäckerei.

 

Nochmals gilt ein ausdrücklicher Dank allen Organisatoren und Vorbereitern für den gelungen und abwechslungsreichen Abend.

 

Aufgeschrieben am 15.04.2019, Ruppert, AK Hönower Ortsgeschichte

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